Geschichte

Wenn die Zigeuner und Wölfe während der Fasentszeit im Rebort Rammersweier ihr Unwesen treiben, so hat das für die Ureinwohner der Gemeinde einen weit tieferen Sinn.

headerIm Wappen der heutigen Narrenzunft "Wolfonia" sind der Zigeuner und der Wolf vereint. Diese Gemeinschaft basiert auf geschichtlicher Tradition, wobei speziell der Wolf, entnommen aus dem alten Gemeindewappen, bis auf das Jahr 1540 zurückgeht.

So steht geschrieben, dass Männer von Rammersweier in der Wallfahrtskirche "Weingarten" im Nachbarort Zell-Weierbach einen Prediger des lutherischen Prädikanten Martin vertrieben und dieser schimpfte: "Sie benehmen sich wie ein Rudel Wölfe."

Der Zigeuner als erste Symbolfigur basiert auf der Tatsache, dass in früheren Jahren sowohl in der Affentaler Gasse und speziell im sogenannten Unterdorf (Zigeunerviertel) Lagerplätze für das fahrende Volk vorhanden waren. Noch heute glaubt man aus manch einem einheimischen Gesicht Zigeunerblut zu erkennen.

Verstärktes fasnachtliches Treiben war vor allem in losen Gemeinschaften zwischen den beiden Weltkriegen feststellbar. In den einheimischen Gaststätten Blume, Winzerstube und Kühler Krug wurde bereits damals eine zünftige Fasent gefeiert. Bald nach 1945 entstand durch den Verbund der örtlichen Vereine die Saal- und Straßenfasnacht, bis sich im Jahre 1976 am 26. Mai die Narrenzunft "Wolfonia" gründete, die dann als eigenständiger Verein die Brauchtumspflege übernahm.